Geschichte
der Dodona-Loge Zu den Sieben Sternen

Die Dodona-Loge war die älteste deutsche und die erste Druiden-Loge überhaupt auf dem europäischen Festland. Sie wurde am 15. Dezember 1872 in Berlin mit 34 Brüdern gegründet. So gesehen, ist sie die Mutter-Loge des Deutschen Druiden-Ordens (DDO). Besonders in Berlin gingen von der Dodona-Loge eine ganze Reihe von Logenneugründungen aus. Eine dieser Tochter-Logen war die Loge Zu den Sieben Sternen, die am 7. November 1875 mit 11 Brüdern gegründet wurde.

Aus dem Zusammenschluss der Dodona-Loge mit der Loge Zu den Sieben Sternen im Jahr 2005 entstand der heutige Name:
Dodona-Loge Zu den Sieben Sternen.

1922, als der Deutsche Druiden-Orden sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte, gehörten der Dodona-Loge 118 Brüder und der Loge Zu den Sieben Sternen 95 Brüder an. Dem Druiden-Orden insgesamt gehörten zu diesem Zeitpunkt 12 000 Brüder an. Mit dem I. Weltkrieg, der folgenden Weltwirtschaftskrise und dem aufkommenden Nationalsozialismus brachen auch für den Druiden-Orden schwere Zeiten an. Am 30. Mai 1935 wurde der Druiden-Orden zwangsweise aufgelöst. Die Liegenschaften wurden enteignet. Das Logeninventar und die Ritualgegenstände wurden konfisziert. Nach dem Ende des II. Weltkrieges fanden bereits im September 1945 in Berlin erste Zusammenkünfte von Brüdern statt, die bis 1935 dem Deutschen Druiden-Orden angehört hatten.

1946 erhielt die Dodona-Loge die Genehmigung, in Berlin-Mitte, also im sowjetischen Besatzungssektor, Versammlungen abhalten zu dürfen. Diese Genehmigung wurde von dem zu dieser Zeit bei der Kommandantura Berlin, der Alliierten Militärverwaltung, zuständigen sowjetischen Kulturoffizier erteilt, allerdings nur mündlich. Spätere Anträge auf Eintragung in das Vereinsregister wurden immer wieder abgewiesen.

Die erste rituelle Sitzung nach der Zwangsauflösung von 1935 fand am 30 März 1946 statt.

Die Dodona-Loge wurde am 19. April 1946 feierlich wieder gegründet und erneut zur Keimzelle des Druiden-Ordens in Berlin. Eine Mitgliederliste aus dieser Zeit weist 217 Namen von Brüdern aus, die bis 1935 in 23 Logen aktiv waren. Durch die Aufteilung der Dodona-Loge wurden die Columbus-Loge und die Loge Zu den Sieben Sternen wieder gegründet. Diese drei Logen gründeten dann am 5. November 1947 die Groß-Loge Berlin. In der heute nicht mehr existierenden Bischofstraße 25, nahe der Marienkirche, wurde am 2. September 1948 ein neues Logenheim eingeweiht. Der Ausbau und die Herrichtung der Räumlichkeiten wurden von den Brüdern in Eigenleistung vorgenommen und unter großen Opfern mit Spenden finanziert. Die Logen begannen wieder, regelmäßig zu tagen.

Aber lange dauerte der Frieden nicht, denn der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 bot dem SED-Regime einen Vorwand für die immer schärfer werdende Verfolgung Andersdenkender. Das bedeutete für die Dodona-Loge und den Deutschen Druiden-Orden in Ost-Berlin das Ende: Am 23. Juni 1953 wurde dem Druiden-Orden jegliche Betätigung untersagt – in der sowjetischen Besatzungszone war der Druiden-Orden gar nicht erst zugelassen worden. Das Logenheim wurde geschlossen und das Inventar enteignet. Einige Brüder wurden zudem zeitweilig unter falschen Anschuldigungen inhaftiert. Wie bei den Nationalsozialisten wurden erneut die Ritualge-genstände beschlagnahmt. Erst mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Berlins konnte ein großer Teil der verschollen geglaubten Gegenstände an den Druiden-Orden zurückgeführt werden. Sie tauchten im Märkischen Museum auf, wo sie bis dahin unter Verschluss gewesen waren.

Nach dem Verbot wich die Dodona-Loge nach West-Berlin aus, wo bereits im November 1953 die erste rituelle Sitzung abgehalten werden konnte. Hier wurde auch im Oktober 1972 das 100-jährige Bestehen der Dodona-Loge feierlich begangen. Der damalige Bundespräsidenten Heinemann lud im Schloss Bellevue zu einem besonderen Empfang. Auch in der Kongresshalle fand zu Ehren des Jubiläums eine Fest-Loge statt, in deren Verlauf aus Brüdern der Dodona-Loge die Columbus-Loge wieder gegründet wurde.

Derzeit sind aus den Reihen der Brüder der Dodona-Loge Zu den Sieben Sternen Bemühungen in Gange, nach fast 80 Jahren den Druiden-Orden in Brandenburg und den anderen so genannten neuen Bundesländern wieder heimisch zu machen.